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Japanlog #7: Kampf mit dem Oktopus

erstellt von eschick zuletzt verändert: 21.10.2016 13:40

Mit neuen Geräten und einigen hinzugekommenen Forschern geht es auf zum zweiten Abschnitt der Ausfahrt vor Japans Küste. Der neue Fahrtleiter Achim Kopf, Professor für Marine Geotechnik am Bremer MARUM, erlebte gleich zu Beginn einen Höhepunkt: eine Tauchfahrt mit dem ferngesteuerten Unterwasserfahrzeug, die einen Meerbewohner aufspürte und einen Tiefenrekord aufstellte.


Wärmestromlanze an Deck von FS SONNE kurz vor dem Einsatz auf dem Schlammvulkan. (Bild: Achim Kopf)

Wärmestromlanze kurz vor dem Einsatz auf dem Schlammvulkan. (Bild: Achim Kopf)

Nach einem viertägigen Hafenstopp in Yokohama dampfen wir nun ins Kumanobecken. Die wichtigsten Aktivitäten im Hafen drehten sich um die Inbetriebnahme der Wärmestromlanze sowie des Tauchroboters PHOCA unserer Kollegen des GEOMAR, die erfolgreich verlief. Zudem besuchte ein Team von Google Culture das Schiff, so dass im Internet demnächst ein virtueller Schiffsrundgang auf der Sonne möglich sein wird.

Das ferngesteuerte ROV PHOCA beim Aussetzen von der Sonne. (Bild: S. Trütner/MARUM)Wir erreichen nun bei bestem Wetter das Arbeitsgebiet des zweiten Fahrtabschnitts, um gleich die gesamte Nacht Wärmestrommessungen über einen Schlammvulkan zu machen. Aufgrund der gestrandeten Ausrüstungscontainer (siehe erster Logbuchbericht) für unsere Fahrt musste kurzfristig der Tauchroboter PHOCA nach Japan beordert werden. Das Team um Fritz Abegg bereitete fieberhaft alles vor und heute wurde das erste Mal in 2000 Meter getaucht – für PHOCA ein Tiefenrekord. Auf dem gashydrathaltigen Schlammvulkan fanden wir verschiedene Sedimenttypen und maßen die Temperatur am Ausstrom von Wässern, Gas und Schlamm aus großer Tiefe, um das Zentrum höchster Aktivität zu finden. Und tatsächlich wurden wir fündig: Es befindet sich im Südwesten des kleinen untermeerischen Bergs.

Offenbar sind auch zahlreiche Organismen von der Dynamik des Schlammvulkans angetan. Ein Oktopus war über unseren Besuch mit hellem Licht weniger erfreut und stellte sich zum Kampf auf.

Achim Kopf, Fahrtleiter des zweiten Fahrtabschnitts

Oktopus auf dem Schlammvulkan im Kumanobecken, Japan. (Bild: ROV GEOMAR)


FS Sonne neu 2014 (thumb)Im Fokus der Ausfahrt SO251 steht die Erforschung des geologischen Archivs vor der Küste Japans. Erdbeben, submarine Rutschungen und Tsunamins hinterlassen ihre Spuren in den Sedimenten des Japangrabens und Nankaitrogs. Diesen spüren die Geowissenschaftler nach, um Entstehung und Folgen der Beben besser zu verstehen und daraus Modelle zu entwickeln. Im Logbuch berichten sie über das Leben und Arbeiten an Bord.

Eine Kooperation mit dem MARUM und der Universität Innsbruck.