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Zum Gletscher des Südlichen Ozeans

erstellt von Silvia Weber zuletzt verändert: 16.02.2017 15:21

Eine Fahrt in die südlichste Meerregion der Erde: Gut sechs Wochen lang wird ein Forscherteam des Alfred-Wegener-Instituts (AWI) mit der Polarstern Veränderungen des westantarktischen Eisschild in der Südsee erforschen und dabei herausfinden, welche Auswirkungen das auf unsere Meere und Kontinente hat. In Kooperation mit dem AWI veröffentlicht planeterde ihr "Amundsen-Logbuch".

Die Polarstern im Südlichen Ozean. (Bild: AWI/Thomas Ronge, CC-BY 4.0)

 Die Polarstern im Südlichen Ozean. (Bild: AWI/Thomas Ronge, CC-BY 4.0)

Von der wohl südlichsten Großstadt der Welt, Punta Arenas in Chile, sticht das Forscherteam mit der Polarstern unter der Leitung von Karsten Gohl Anfang Februar in See. Die Ausfahrt startet von dort aus in Richtung des südchilenischen Kontinentalrands und führt dann weiter zum Hauptarbeitsgebiet, dem südlichen Amundsenmeer und der Pine-Island-Bucht. Gegenstand der Expedition PS104 ist der westantarktische Eisschild (WAIS), der aufgrund seiner dynamischen Aktivität in den vergangenen Jahren Aufschluss über das Abschmelzen und einen daraus entstehenden Meeresspiegelanstieg für die Zukunft geben geben kann. Im Rahmen dieser Forschungsarbeiten nutzen Karsten Gohl und sein Team das Meeresboden-Bohrgerät MeBo. Damit erbohren sie eine Serie von bis zu 70 Meter langen Sedimentkernen von den ältesten zu den jüngsten Sediment-Sequenzen, um mit dem daraus erhaltenen Sedimentmaterial Analysen zur Rekonstruktion der Entwicklungsgeschichte und vergangenen Dynamik des WAIS im Bereich des Amundsenmeer anzustellen.

Die Antarktis und Grönland sind von Eisschilden bedeckt, die zusammen mehr als zwei Drittel des Süßwassers der Erde speichern. Aufgrund der steigenden Temperaturen kommen die Eismassen zum Schmelzen, was einen globalen Meeresspiegelanstieg zur Folge hat und die Küstenregionen bedroht. Eine zukünftige Erwärmung des Südlichen Ozeans bedingt durch steigende Treibhausgaskonzentrationen in der Atmosphäre könnte die Stabilität des WAIS empfindlich stören. Daher sollen die Erkenntnisse der Expedition zur Eisschilddynamik Rückschlüsse darauf zulassen, wie sich der Eisschild im Zuge der globalen Erwärmung verhalten könnte.

Die Polarstern wird Anfang März wieder in Punta Arenas einlaufen. Mit planeterde bleiben Sie auf dem Laufenden, was auf der Fahrt alles passiert: In Kooperation mit dem AWI berichten Karsten Gohl und sein Team an dieser Stelle in einem Logbuch von Bord. Mehr Informationen rund um die Ausfahrt PS104 finden Sie auf der Seite des AWI zum Expeditionsprogramm.